
Die Nibelungen

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Der Nibelungenschatz
Der Schatz der Nibelungen Der Nibelungenschatz stammt aus dem Reich der Unterwelt und verheißt nichts Gutes: "Das Gold, das ehemals Gunst besessen, wird einst zwei Brüdern Untergang bringen und acht Fürsten zum Unheil werden." Der Goldschatz wird von dem Zwerg Alberich behütet. Dieser besitzt eine Tarnkappe, die ihn unsichtbar macht. Dem Helden Siegfried gelingt es die Tarnkappe zu entwenden und damit den Schatz an sich zu nehmen. Nach der Ermordung Siegfrieds durch Hagen von Tronje geht der Schatz an seine Witwe Kriemhild über. Doch auch Kriemhild hat nicht lange etwas von ihrem Reichtum. Ihr wird der Schatz von Hagen von Tronje gestohlen, der ihn anschließend im Rhein versenkt. Im Verlaufe der Nibelungensaga geht es tatsächlich sehr blutig zu und Glück hat der Schatz niemandem gebracht. Und das Bild des feuerschnaubenden Drachen, der in einer Einöde auf seinem nutzlosen Gold eifersüchtig lauert, ist zum Symbol des Geizes, des Neides und der unheilvollen Goldgier geworden.
Viele Schatzsucher sind dem Mythos Nibelungenschatz auf den Fersen, doch gefunden hat ihn bislang noch keiner. 
Mythen und Legenden
Der Mensch ist im Laufe seiner Geschichte immer wieder dem Ruf des Goldes gefolgt. Kein Wunder, dass sich ein langer Faden von Mythen und Legenden um das Motiv Gold spinnt. So sind etwa die Gottheiten des alten Griechenland reich mit Gold ausgestattet: Der Wagen des Sonnengottes Helios ist ebenso aus Gold wie die Pfeile des Eros, das Sinnbild der Liebe.Und nicht zu vergessen der sagenumwogene Nibelungenschatz .
Die Nibelungen
oder: der germanischen Heldensagen
Die wohl berühmteste Saga der Welt
Der vierjährige Prinz Siegfried ist der Einzige, der überlebt, als die Sachsenkönige das Königreich Xanten angreifen und seine Eltern brutal ermorden. Der kleine Junge wird von dem Waffenschmied Eyvind gefunden, der ihn wie seinen Sohn aufzieht, ohne dass er jemals von seiner königlichen Herkunft erfährt.
15 Jahre später ist Siegfried einer der besten Waffenschmiede Germaniens, als eines Nachts ein Meteor vom Himmel fällt, der ihn zum Ort des Einschlages und zu Brunhild, Königin von Island, führt. Siegfried besiegt sie - Brunhild ist als Mann verkleidet - zunächst in einem leidenschaftlichen Kampf, doch dann verlieben sie sich ineinander, müssen aber nach einer gemeinsamen Nacht zunächst getrennte Wege gehen. Brunhild verschwindet mit einer Hälfte des Meteors und überlässt Siegfried die andere Hälfte, mit deren Hilfe er sich bald ein magisches Schwert fertigt.
Siegfried und Eyvind werden in das Königreich von Burgund berufen: Prinzessin Kriemhild, die Schwester von König Gunther, verliebt sich sofort in den schönen Helden, doch der hat nur Gefühle für Brunhild. Er verdient sich schon bald den Respekt des Königs, als er den wütenden, scheinbar unbesiegbaren Drachen Fafnir in einem dramatischen Kampf mit seinem magischen Schwert Balmung erlegt und durch ein Bad im Blut des Monsters fast unverwundbar wird. Zudem gehört dem Drachentöter nun auch der legendäre Nibelungenschatz.
Aber das Feenvolk der Nibelungen warnt ihn: Auf dem Schatz liegt ein Fluch, der erst dann ruht, wenn der Schatz zu seinem rechtmäßigen Besitzer, den Nibelungen, zurückkehrt. Siegfried schlägt diese Warnungen in den Wind und nimmt stattdessen den Schatz, mitsamt dem magischen Tarnhelm, mit nach Burgund. Das geschieht sehr zur Freude von Hagen, Gunthers Vertrautem, der den Schatz schon immer haben wollte. Um Siegfried auszulöschen, setzt er ihn an die Spitze der Soldaten im Krieg gegen die Sachsenkönige, die auch das Gold wollen. Siegfried konfrontiert die Könige - und erkennt die Mörder seiner Eltern wieder, im Alleingang tötet er sie.
Bild : Siegfried und sein magisches Schwert.
Als König kehrt er zu Eyvind zurück, doch der ist alt geworden und stirbt während dieses Besuchs. Gunther befiehlt Hagen, den sagenhaften Helden durch eine Heirat mit Kriemhild für immer an Burgund zu binden. Hagen weiß aber von Siegfrieds Liebe zu Brunhild und bittet Alberich, den bösen Wicht im Wald, ihm einen seiner magischen Säfte zu brauen, der Siegfrieds Liebe zu Brunhild für immer auslöschen und eine neue Liebe entfachen wird. Der verspricht den Trunk - wenn Hagen ihm die magische Kappe zurückbringt!
Hagen bietet Kriemhild den Trunk an - ihr großer Traum könnte wahr werden. Kriemhild trinkt - sie kann nicht widerstehen, zu groß ist ihre Liebe zu Siegfried, und auch er erwidert ihre Liebe sofort. Gunther ist entzückt über Siegfrieds schnelle Heiratspläne mit seiner Schwester, aber das königliche Gesetz schreibt vor, dass Gunther vor seinen Geschwistern heiraten muss, und so plant er, die schöne Brunhild zur Königin von Burgund zu machen. Die kämpferische Königin hingegen fordert alle Verehrer zunächst zu einem Kampf heraus - der Sieger wird sie ehelichen dürfen.
Sie weiß, dass nur Siegfried stark genug ist, sie zu besiegen und weiß sich auf sicherem Weg. Gunther bittet seinen Blutsbruder, ihm im Kampf zu helfen: Er soll mit Hilfe der magischen Tarnkappe, in Gestalt von Gunther, Brunhild besiegen. Brunhild ist geschockt, als sie merkt, dass nicht Siegfried, sondern Gunther um ihre Hand anhält. Nach einer Doppelhochzeit in Burgund verweigert sich Brunhild ihrem Mann und fesselt ihn in der Hochzeitsnacht. Verstört und hilflos bittet Gunther Siegfried nun noch einmal unter der Tarnkappe an seine Stelle zu treten. Als Kriemhild mitbekommt, dass Siegfried in Brunhilds Zimmer war, rast sie vor Eifersucht und zwingt Siegfried, ihr die Wahrheit zu erzählen.
Vor der Kirche stellt sie Brunhild vor ganz Burgund bloß. Brunhild schwört Rache - entweder Siegfried stirbt oder sie nimmt sich das Leben. Der Fluch schlägt zu und von nun an gibt es kein Zurück mehr: Rache, Gier und Eifersucht regieren und zerstören Freundschaft, Liebe und Leben ...
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Historischer Hintergrund
Ein anonymer Autor dichtete das berühmte mittelhochdeutsche Heldenepos um 1200 nach Christus nach mündlichen Überlieferungen. Das "Nibelungenlied" spielt zur Zeit der Völkerwanderung und erzählt vom Untergang der Burgunder. Gegen Ende des 4. Jahrhunderts war der ostgermanische Stamm von der Weichsel an den Rhein gewandert. Um 410 siedelten die Burgunder in der Gegend um Worms. Im Jahr 436 wurden sie von den Hunnen vernichtet.
Die Handlung des Epos
Der junge Recke Siegfried kommt aus Xanten an den Hof der Burgunder-Könige in Worms, um deren Schwester, die schöne Kriemhild, zu heiraten. Er ist bereits im Besitz des gigantischen Schatzes. Hagen von Tronje, ein Vasall der Könige, erzählt seinen Herren, wie Siegfried an die Reichtümer kam: Er soll den unermesslichen Hort des Königs Nibelung im Kampf gegen Hunderte von Gegnern gewonnen haben, darunter zwölf Riesen und der Zwerg Alberich, der über Riesenkräfte verfügt. Nebenbei besiegte Siegfried auch noch einen Drachen und wurde durch das Bad in dessen Blut unverwundbar.
Die Burgunder nutzen Siegfrieds Stärke für ihre Zwecke. So muss er für König Gunther die bärenstarke Brunhild durch einen Zweikampf für sich gewinnen. Erst danach darf er seine angebetete Kriemhild heiraten. Als Brunhild später von dem Betrug erfährt, lässt sie Siegfried aus Scham und Wut durch Gunthers mächtigsten Vasallen Hagen heimtückisch ermorden. Die arglose Kriemhild hatte ihm die einzige Stelle verraten, an der Siegfried verwundbar war. Auf sein Schulterblatt war nämlich ein Lindenblatt gefallen, als er in dem Blut des getöteten Drachen Fafnir, das ihn ansonsten unverwundbar machte, badete. Der Schatz des Nibelungen geht infolgedessen an die Witwe Kriemhild. Mit reichen Geschenken will sie fremde Helden nach Worms holen, um sich für den Mord an ihrem geliebten Mann zu rächen.
Der Schatz wird versenkt
Hagen von Tronje wittert Unheil. Er trickst Kriemhild ein zweites Mal aus, klaut ihr den Schatz und versenkt ihn im Rhein. Nur er und die drei Burgunderkönige wissen, wo genau der Hort im Fluss verborgen ist. Doch die verbitterte Kriemhild lässt von ihren Racheplänen nicht ab: Sie heiratet Etzel, den Hunnenkönig, und lockt die Burgunder zu einem Fest an dessen Hof. Dort tötet sie ihre Brüder und schließlich auch Hagen, der das Geheimnis des Verstecks mit in den Tod nimmt.
Im "Nibelungenlied" heißt es: "Er ließ ihn bei dem Loche versenken in den Rhein" - eine Textzeile, die immer wieder Schatzsucher auf den Plan gerufen hat. In der Nähe von Worms soll Hagen das Geschmeide in den Fluss gekippt haben. Loch, eine typische Bezeichnung für tiefe, schwer passierbare Stellen im Rhein, lässt Forscher auf das sogenannte "Schwarze Loch" bei Germsheim schließen. Zumal alte Urkunden in der Gegend ein Dorf namens Lochheim erwähnen, das inzwischen nicht mehr existiert.
Bild: Denkmal Hagen von Tronje
Doch obwohl Taucher den Flussabschnitt wiederholt mit Echolot und Radar abgesucht haben, fehlt von dem sagenhaften Nibelungenhort bisher jede Spur. Deshalb glauben andere Forscher, dass der Schatz nie im Rhein versenkt wurde: Sie vermuten ihn zum Beispiel in einer Höhle bei Soest - oder in einem Acker in der Nähe des Dörfchens Rheinbach.
Die drei Rhein-Töchter sollten den Schatz bewachen
Mit Richard Wagner auf Schatzsuche
Auch der Komponist Richard Wagner war von den Nibelungen und ihrem sagenhaften Schatz fasziniert. Über 30 Jahre lang hatte er sich mit dem Mythos beschäftigt, bevor er sein dreiteiliges Bühnenfestspiel "Der Ring des Nibelungen" 1876 in Bayreuth uraufführen konnte. Dem Schatz hat er dabei eine eigene Oper gewidmet: "Das Rheingold". Sie ist als eine Art Vorspiel zu den drei Ring-Opern "Die Walküre", "Siegfried" und "Götterdämmerung" gedacht und wurde am Vorabend des dreitägigen Festspiels aufgeführt. Die Komposition schloss Wagner bereits 1854 ab.
"Das Rheingold" erzählt von den drei Rhein-Töchtern Woglinde, Wellgunde und Flosshilde, die den Schatz im Rhein bewachen sollen. Sie spielen in den Wellen, denn sie nehmen ihre Aufgabe nicht sonderlich ernst: Schließlich kann den Schatz nur stehlen, wer für immer der Liebe entsagt. Der Zwerg Alberich, der die Nixen beobachtet, entscheidet sich für den Liebesverzicht und raubt das Rheingold. Er schmiedet daraus einen Ring, in dem alle Macht der Welt liegt. Zwischen Riesen, Göttern, Zwergen und Menschen entbrennt daraufhin ein mörderischer Kampf um den Ring.
Wagners Nibelungen-Opern beruhen weniger auf dem Nibelungenlied als vielmehr auf der nordischen Helden- und Götterdichtung "Edda" und der skandinavischen "Wälsungensage". Es gibt aber auch eine ganze Reihe von Elementen, die der Komponist frei erfunden hat, wie etwa die Rhein-Nixen. Der Ring, den Alberich aus dem Gold der Rhein-Töchter schmiedet, wird zum zentralen Symbol der Macht: Er verstrickt seine Besitzer in eine Kette von Verbrechen und Intrigen. Der Untergang dieser Welt ist unausweichlich, doch in der Musik schwingt die Hoffung auf eine neue Ordnung, in der die Liebe die Oberhand haben wird.